Donnerstag, 27. Dezember 2012

Is there a monster under my bed?

Wenn man die Tür aufschlägt, riecht man es. Man riecht es, noch bevor man es sieht. Es ist eine Mischung aus Zigarettenrauch und Deo. Zigaretten der Marke Camel und solche Unmengen an Deo, dass es so intensiv wie Parfüm den Raum erfüllt. Und irgendwie sind diese beiden Gerüche ausgewogen, man weiß nicht genau, welcher Dominant ist. Sie existieren beide nebeneinander in ihrer vollen Intensität.
Und dann sieht man es. Grün. Überall Grün. Die Wände sind in einem satten grün gestrichen. Kreuz und quer stehen Gläser und Aschenbecher herum, Gewand liegt auf dem Boden verstreut. In einer Ecke liegt eine Matratze, umzingelt von einer Armee aus Taschentüchern, Tassen und Aschenbechern. Auf allen Regalen stehen Bier und Schnapsflaschen. Halbvoll, Halbleer. Egal. Rund um den Schreibtisch liegen Klingen. Ausgepackt, mit blutigen Kanten. Lächeln dir entgegen. Reden im Schlaf mit dir. Schwärmen davon, die giftgrünen Wände rot zu streichen. Sie haben Visionen, große Pläne. Wenn ihre Stimmen die Überhand gewinnen lebst du für sie und jeder Schritt den du machst führt in ihre Richtung. Alles was du tust machst du für das silberne Metall. Das ist die Zeit in der die Wände nachts näher kommen. Ansonsten sind sie rießige Kolosse, die Geschichten aus meinem Leben erzählen. Wenn du zuhören kannst, dann hörst du von Angst und wirren Blicken, von Sex und Küssen und zu schnellen Herzschlägen. Du hörst das Geräusch von fallenden Bluttropfen, das so leise und unscheinbar den Raum erfüllt. Fast unsichtbar. Du hörst das unvergessliche Schluchzen eines gebrochenen Herzens und das ungehemmte Lachen eines Kindes.

Kommentare:

  1. und nein, es ist kein komischer text, so wie du es zu mir meintest. in gedanken sehe ich dein zimmer vor mir. ich mag dein texte, egal über was du auch schreiben magst, ich werde sie lesen.

    AntwortenLöschen
  2. Schwierig zu entscheiden gewesen. Du schreibst so unfassbar gut. Aber das hier ist wirklich mein Lieblingstext.

    AntwortenLöschen