Donnerstag, 9. August 2012

It smells like teen spirit

 Es ist die Zeit, die weder Tag noch Nacht heißt. Es ist der Moment bevor die Dunkelheit für ein paar Stunden die Überhand gewinnt und schmatzend die Sonne verschlingt. Das Licht liegt goldenen auf den Straßen, als würde man das Glück irgendwo unter den zähen Teerflecken finden. Ich hänge über dem Gerüst der Holzburg meiner Grundschule. In meinem inneren Auge laufen schreiende Kinder durch den Schulhof, die Mädchen springen Seil, die Jungen veranstalten mal wieder ein Fußballturnier. Irgendwo zwischen drin stehe ich, verängstigt und allein. Ich war nie eines der Kinder, das man für Diddlblätter oder Makeup begeistern konnte. Ich mochte die anderen Kinder nicht, sie lebten in einer so anderen Welt als ich.
"Hälst du mal kurz?", reißt mich ihre Stimme aus der Vergangenheit zurück in die Realität. Verwirrt mustern meine 14jährigen Augen Alaska, die versucht einen Joint zu drehen. Ich hocke mich zu ihr auf den Holzboden über den schon so viele Turnschuhe gelaufen sind und helfe ihr dabei, das Gras mit dem Tabak zu mischen. Es sind die viel zu kurzen Abende, an denen ich mich lebendig fühle, an denen ich etwas mache, das andere als Spaß definieren würden. Abwechselnd ziehen wir am Joint. "Er schmeckt jedes mal erträglicher.", lache ich. Sie stimmt ein, der warme Klang den sie von sich gibt lässt mein Herz schneller schlagen. Wir reden über dies und das, Springerstiefel und Zukunftspläne fallen in den Abgrund zwischen uns, verkriechen sich unter den Holzplatten. Sie holt einen Cutter aus ihrer Tasche, auf meiner Stirn wachsen Berge als ich die Knöpfe die mir jemand ins Gesicht gesteckt hat aufreiße. Sie kichert nur und beginnt in das Holz zu ritzen. Als wir uns Ewigkeiten später etliche Male abgewechselt haben blutet das Holz Lyrics. It Never Ends  steht neben zwei Kreuzen. "Darauf, dass dieser Abend niemals endet.", und der Vodka verschwindet in den Mäulern der Monster.


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6 Kommentare:

  1. An solchen Abenden,
    liebe ich es,
    dich ganz heimlich zu beobachten
    dich und dein eigenes Alaska
    zu sehen dass du dort zu Hause bist.
    Ganz heimlich,
    lächel ich dann vor mich hin
    und gehe nur dann,
    wenn ich weiß dass sie dir Schutz gibt.

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  2. Oh mein Gott, danke für ein herzerfüllendes Kommentar. Deine Worte sollten Regale füllen, an Tagen wie diesen würde ich mich mit ihnen berieseln lassen und all die postive Energie aufsaugen. Deine Worte verlieren nicht an Glanz, sie haben einen besonderen Schimmer, der jeden Tag stärker wir, egal, welche Zeilen ich schreibe. Man kann sich in ihnen fallen lassen, sich komplett in deinen Gedanken verlieren und trotzdem Halt finden. Sie haben den Charakter von Geschichte, und trotzdem wird man auf den harten Boden der realität geworfen, blickt man hinter die Bedeutung der Wörter. So unwirklich und real zugleich. Eine Welt, in die man flüchten kann, ohne geflohen zu sein.

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  3. Beneidenswert wie schön du etwas hässliches in Worte fassen kannst.

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  4. Von meinen Du-TExten muss sich hier niemand angesprochen fühlen. Es ist nur so, dass ich das alles der Person gerne sagen würde, es aber nicht geht, weil sonst alles noch schlimmer werden würde. Nein, ich hasse dich nciht weil du sie verteidigst. ICh ahbe ja allgemein acuh nix dagegen, wenn jemand schüchtern ist, aber das zieht sich jetzt nun schon über ein halbes Jahr hin und imemr wenn ich sie direkt drauf anspreche, weil ich weiß/nmerke, dass etwas ist, selbst dann lügt sie mir ins Gesicht. Nciht die Tatsache an sich sit das Problem, sondern der Zeitraum und die Intensität ist es, weißt du, was ich meine?
    MAcht nix, kommt schon mal vor, dass man betrunken ist^^
    und danke, für deine kritik, weil du warscheinlcih weiß, bin ich nicht lange dabei und für ehrlich gemeint Kritik "offen":)

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  5. ICh kann es nur nochmal sagen: Es ist für mich kein Problem, dass du dasgeschrieben hast, es sit ok und hör auf dich dafür zu entshculdigen:)
    Ich bezeichne mich halt shcon als Punk, weil ich voll und komplett hinter der Einstellung und dem Lebensstil stehe;)
    Aber dein Kleidungsstil und die Musik, die du hörst, gefallen mir;P
    Ne, dein Herz sollte weiterschlagen. Auch wenn es gerade alles etwas schwer ist bei dir, dann geht das acuh wieder vorbei. Lass es weiterschlagen:)
    Lg Lukas

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  6. ich danke dir für deine herzlichen worte. jedes mal aufs neue freue ich mich kommentare von dir durchzulesen.
    diese schönen gefühle könnte ich nicht annehmen. du brauchst sie auch alle. du brauchst die liebe um endlich das glück sehen zu können. du brauchst die hoffnung, damit du weiterleben kannst, du brauchst den trost damit du nicht untergehst.
    ich weiß nicht, das glück ist für mich wie eine illusion. manchmal ist sie zum greifen nahe, aber dann löst sie sich in luft auf wenn ich nach ihr greifen will.
    du trägst selbst schon eine unglaublich last auf deine rücken. ich möchte nicht, dass du, wenn du meine päckchen noch trägst, zusammenbrechst, und du nicht mehr aufstehst. die welt brauch dich, und deine worte. die welt brauch dich und deine herlichkeit. ich brauche dich, aus unterschiedlichen gründen. ich möchte nicht, dass es mit dir zu ende geht. ich möchte dir andere wege zeigen,die aus den hass heraus führen, und dann rein in das glück führen. aber ich finde den weg im moment selbst nicht, aber ich verspreche dir, wenn ich den weg finde, nehme ich dich an die hand, und laufen dann zusammen zu dem weg zum glück.
    ich glaube man kann niemand anderen vor sich selbst schützen. ich glaube jeder muss sich selbst schützen. mach dir deswegen keine vorwürfe. auch wenn ich es mir wünsche, auch ich kann dich nicht schützen, vor den gedanken, die dich in die tiefe reißen. in die eigene hölle, in dein eigenes schlachtfeld.
    du bist gut genug, wirklich. für mich, und für die welt bist du gut genug. ich hoffe, dass kannst du mir glauben.
    das tut mir leid, das tut mir weh,
    dass du nicht weißt, wie dein lachen klingt. es tut mir leid, wirklich. ich wünschte, du könntest lachen. so laut, und so ehrlich, das die welt bebt.
    du brauchst dich nicht entschuldigen. du kannst mir so viel von dir schreiben, wie du magst. ich sauge jedes deiner worte auf. jedes wort von dir gelangt in mein herz. ich hoffe, dass du weißt, dass du dich vor mir nicht verstellen musst. ich nehme dich so wie du bist.

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