Ich konnte sie hören. Sie klebten wie gekauter Kaugummi auf dem warmen Asphalt. Seelen. Ihre kläglichen Rufe verloren sich in der Nacht und ich begann meinen müden Körper abzutasten. Meine Finger streiften die Rippen- und Schlüsselbeinknochen, die Wirbelsäule, die im Nacken direkt unter der Haut lag. Narben schlängelten sich von dort aus über meine Arme bis hin zu den Fingerspitzen. Sie gruben sich tief in das Fleisch, noch tiefer in die Seele und erinnerten an versiegte Quellen aus denen einst Blut floss. Die Bäche, die daraus entsprungen waren, waren über den ganzen Körper gekrochen, hatten jeden Zentimeter meiner Oberfläche erkundet. Ich lauschte dem rasselndem Atem, der eher ein Keuchen war und wünschte, er würde verstummen. Regen plätscherte zu Boden und verwischte die Rufe meiner Verbündeten, warmes Wasser sammelte sich in den Furchen der Straße. Ich legte den Kopf in den Nacken, Tropfen trafen mein Gesicht und rannen wie Tränen über meine Wangen. Wie gern würde ich jetzt weinen können, mir Selbst etwas von dem Mitleid schenken mit dem alle ausgedient hatten. Doch ich war müde und vollgestopft davon und so ließ ich es bleiben, verharrte als einsamer Krieger in der Nacht, wartend auf den nächsten Angriff meiner Feinde und von irgendwoher erklang die Melodie des Todes.
http://www.youtube.com/watch?v=ePLKJSfjb8M&feature=related
du hast recht. es geht so oder so weiter.
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