Mittwoch, 20. Juni 2012

Life is for the alive, my dear.

Tumblr_lrfe3nigct1qf0ksao1_500_large



Ich schlage die Augen auf und genieße den kurzen Moment bevor die Erinnerung mich einholt und Bilder mein Gehirn überfluten. Langsam sickert die Realität zurück in meinen Verstand bis sie mich schließlich wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht trifft. "Nicht weinen, Amelie.", sage ich zu mir selbst, aber es nützt nicht viel. Stumm warte ich, bis die Tränen getrocknet sind und krieche zum Bettende. Sie muss mir noch eine Nachricht geschickt haben, geht es mir durch den Kopf und ich starte den surrenden Computer. Nichts. Auch keine Sms. Enttäuscht sinke ich zurück ins Bett. Kälte kriecht durch mich hindurch und Einsamkeit haucht mir ihren eisigen Atem ins Gesicht. Ich genieße das Frieren, im Hochsommer kommt es so selten vor. Ein vertrauter Ton verkündet, dass ich eine neue Sms habe und gleich wird mir wärmer. Scheiße. Der Absender ist nicht der erhoffte und zum 1000 mal werfe ich mein Handy gegen die Wand. Mit einem dumpfen Geräusch landet es auf dem Holzboden und ich stehe auf. Meine nackten Füße laufen unsicher über den polierten Stein im Flur, meine Hand wandert an der eierschalenfarbenen Wand entlang. Erster auf die Waage, dann in die Dusche. Routine. Das heiße Wasser lässt mich spüren, dass ich noch am Leben bin und langsam kriecht der Dampf nach oben, setzt sich auf der Duschtür und auf dem Spiegel ab. Eingehüllt in eine Dampfwolke sehe ich alles nurnoch wie in Nebel getränkt, unscharf. Ich lasse das Wasser in meinen Mund laufen, will mich gemeinsam mit dem Wasser ausspucken. Du stinkst nach Schwanz. Die Worte meines besten Freundes hallen in meinem Kopf und ein Teil in mir bemerkt, wie sehr ich ihn vermisse. Die Sehnsucht lässt mich für einen kurzen Moment in schöne Erinnerungen flüchten und ich nehme mir vor ihm zu schreiben. Meine Lippen formen stumm seinen Namen und ich frage mich, ob er noch für immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen