Freitag, 2. November 2012

Lebenslänglich Ungenügend

Die Wahrheit rannte davon, versteckte sich am Ende der Welt. Zwischen Mülleimern in dreckigen Seitenstraßen, zwischen Pflastersteinen und Schlaglöchern. Verflog gemeinsam mit den giftigen Industriewolken nach Narnia. Was blieb ist Angst, Hass. Verlogene Blicke verfolgen mich auf meinem Weg durch die Geisterstadt. Ich höre die Flügel der Schmetterlinge brechen, höre sie Sterben bei jedem Tropfen Blut der zu Boden fällt. Hab meine Unschuld liegen lassen, in einem dreckigen Van, auf einem schlechten Festival im Matsch. Meine Kindheit habe ich in Biergläsern ertränkt, der Schaum lief mir über die Hände. Hab gelacht und gegluckst während der Alkohol durch mein Venen gepumpt wurde. Hab mit Kerlen rumgemacht, die doppelt so alt waren wie ich. Schämen sie sich dafür, mir unter die Haut gefahren zu sein? Mich ein kleines Stück mehr getötet und mit ihrer Zunge mein Herz zerschnitten zu haben. Ich glaube nicht. Ich ließ es zu, ließ mich verbrennen in den kalten Sommernächten und implodierte im Fackelschein der Nacht. Habe geschwiegen und die Masscaratränen unter Lawinen begraben, mein Herz steht still in seiner ewigen Eiszeit. Das Einzige, das mir geblieben ist, ist ein Leben das ich nicht mehr will. Sie sehen mich an und beneiden mich dafür, für die Gleichgültigkeit, die Drogen und den Sex. Die, die mich früher ausgestoßen und ausgelacht haben. Wollen nicht an den Schmerz glauben, an die Angst. Und ich bleibe, laufe Nachts durch die Straßen, Kippe in der Hand und hoffe, dass mich der Tod endlich holt. Wie absurd die Welt doch geworden ist.

4 Kommentare:

  1. du schreibst
    immer wieder
    so
    so
    so
    ich kann es nicht beschreiben
    so tiefgehenden
    das ich laut los schreien möchte
    aber mein mund würde es eh nie zu lassen.
    wenn dich mein schreien
    voll an den dunklen tagen
    und erdrückende gefühle
    nehmen könnte
    würde ich schreien.
    scheiß egal
    wie sehr es mein mund hasst
    ich möchte dich
    befreien
    irgendwie.

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  2. bist du das auf dem foto?
    die frage ist sicher doof, aber es interessiert mich irgendeie sehr..
    du schreibst toll, wirklich unglaublich. dafür kann man dich nur beneiden..

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  3. "Ein blaues pony steht einsam und allein, mit dem rücken zum sonnenuntergang..und weint. "

    -bei diesen zeilen von einem lied musste ich an dich denken,
    pass bitte auf dich auf.

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