Sonntag, 8. Juli 2012

Spiegelglatte Wasseroberfläche

Mondlicht scheint auf meine weiße Haut, die Adern schlängeln sich darunter durch das Fleisch. Ich atme ein, atme aus und erinnere mich zum wiederholten mal daran, dass die Anzahl meiner Atemzüge endlich ist, dass ich mit jedem dem Letzten näher komme. Der Steg liegt ganz ruhig da und am liebsten würde ich zwischen den Wassermengen verschwinden. Ich schnipse die Kippe in den See und zünde mir eine Neue an, blaugrauer Rauch füllt meine Lungen aus und schwebt schließlich in die Nacht hinein, löst sich im Dunkeln auf. Ich versuche meine Probleme zu ertränken, drücke sie mit dem Kopf unter Wasser und zähle bis 100, bis 1000, aber sie verschwinden nicht. Hartnäckig bleiben sie an mir kleben wie gekauter Kaugummi auf dem Asphalt. Ich weiß, dass gleich jemand kommen und den Steg ins wanken bringen wird, dass ich aufgefordert werde zu gehen und die Einsamkeit hinter mir zu lassen. Ich werde in ein Auto steigen, ausgeheizt durch die Abendsonne und mich zwischen vertraute Gestallten quetschen. Ich werde in eine Rolle fallen wie eine perfekte Schauspielerin und niemand wird merken, dass sie gespielt ist. Alle werden denken, dass ich existiere und niemand wird bemerken, dass ihnen eine Leiche das Leben zeigt.

1 Kommentar:

  1. die probleme
    sind meist schwer wie bleich,
    zwar würde man denken,
    das sie im wasser untergehen würden,
    doch sie wenden irgendein trick an,
    von dem wir nichts wissen,
    sie kommen immer wieder
    in unsere köpfe,
    und machen uns
    das leben schwer.
    doch wir werden den trick
    von diese blutroten probleme herausfinden,
    zwei menschen
    finden bestimmt schneller
    die lösung
    als einer allein'.

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