Donnerstag, 24. Mai 2012

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Ich öffne die verstaubte Kiste und unzählige Fotos flattern mir entgegen. Eine kleine Version von mir, festgehalten auf 198349764312 Bildern. Grüne Augen, zerzauste Haare. Ich stelle mich vor den Spiegel, streiche mir eine Strähne aus dem Gesicht und vergleiche mich mit dem Mädchen auf dem Foto. Ich bin eindeutig größer als sie. Klein Amelie neigt beim Nachdenken ihren Kopf, so wie ich und wirkt beim Malen höchst konzentriert. Was in ihrem Kopf damals wohl vorging? Ihre großen Kulleraugen strahlen, sie ist süß. Und hat absolut keine Ähnlichkeit mit mir. Ich glaube, es gibt sie nicht mehr. Ich bin nur ein schlechter Ersatz, eine grauenhafte Kopie vom Original. Ihr Leben scheint unbeschwert zu sein, sie hat Beschützer. Ich lege das Foto wieder zurück und verstecke die Kiste, lege sie in die unterste Schublade. Niemand wird sie jemals kennen lernen, die Fotos sind ihr einzigster Existenzbeweis. Sie lebt nurnoch in meiner Erinnerung.

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