Mittwoch, 16. Mai 2012

Dear Amelie: Who have here fear of whom?

Mein Verstand lechzt nach ihren Worten und heimlich schleiche ich mich zu ihren Texten, Texte die nicht für mich bestimmt sind. Eifersucht kriecht in mir hoch und wächst. "Denke an B. und lächle kurz." Mir wird schlecht, doch ich lese weiter. Verficktes Salzwasser rinnt über meine Wangen. Schlampe!, schreit mich mein Kopf an. Dreckstück. Ich krieche ins Bad, sinke vor der Kloschüssel zu Boden und entleere mich vollständig. Kotze rinnt aus meinen Mundwinkeln, klebt an meinen Wangen. Du hast es nicht verdient. Meine Finger tasten nach dem Metall, ich muss meinen verstörten Kopf betäuben, dümmer werden als ich sowieso schon bin. Meinen Verstand stumm zaubern. Meine Klingen sind wie Pinsel, mein Blut die schönste Farbe der Welt und ich selbst bin meine Leinwand. Male mein Märchenland in all seinen Facetten, fahre die blauen Linien auf meinen Unterarmen nach, das Blau wird zu Rot. Alles wird Rot. Blutrot. Ich kotze Blut. Gänsehaut. Immer noch bin ich zu wach, zu Aufmerksam. Suicide Silence schreit mich an. Besser. Die Musik lähmt mich. Plötzlich halte ich mein Handy in den Händen. Du brauchst mich nicht, nicht wirklich. Senden an Sarah Weltherrschaftsbeherrscherin. Ich knalle das Handy gegen die gefließte Wand. Es bricht auseinander und liegt in seine Einzelteile zerlegt auf dem Fußboden. Wie gern würde ich meine Geschichte auf die weißen Fließen malen, mit Blut, versteht sich. Wie gern würde ich die Wände mit meinen Eingeweiden tapezieren, bis ich leer bin, bis nurnoch eine leere Hülle durch die Zimmer wandert, ein Gerippe, eine Leiche. Wenn ich weg wäre Liebste, würde das nicht viel ändern. Du würdest mich nicht vermissen. Du würdest deine Pausen mit B. verbringen. Problem gelöst. Und wenn du zusammenbrichst und hilflos auf dem Boden liegst, dann ist sowieso er es, nach dem du verlangst.  Wenn es ihm schlecht geht, dann lehnt er sich an deine Schulter. ÜBERFLÜSSIG. Ihr. braucht. so. jemanden. wie. mich nicht. Er ist es, dem du deine Narben offenbarst, den du in dein Inneres schauen lässt und der dich zum lachen bringt. You Only Live Once von Suicide Silence ertönt und mit einem mal liege ich auf B.'s Couch. Liege Mitternachts im Licht der Straßenlaterne in seinen Armen, meine Hosen und Beine blutverschmiert. Warum bin ich so ein Arschloch? Warum bin ich so zu ihm? Er ist ein guter Freund. Ich mag ihn.

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